Film- und Weltgeschichte in einem Blatt

Es ist schon eine Weile im Umlauf. Aber für alle, die es noch nicht bemerkt haben: das Filmblatt 88/89 (Herbst 2025) befaßt sich schwerpunktmäßig mit Komikerinnen aus der Frühzeit des deutschen Films. Es tauchen auf: die Kabarettistin Ilse Bois, deren Ruhm in den 20er Jahren den ihres Bruders Curt Bois überstrahlte; Ossi Oswalda und ihr nie realisiertes Mistophelia-Projekt von Ernst Lubitsch, das „zweifellos den Lauf der Weimarer Filmgeschichte, wenn nicht sogar der Weltgeschichte verändert hätte“; Adele Sandrock und Lucie Englisch in EIN WALZER IM SCHLAFCOUPÉ; SGE-Glamour-Girl Franziska Gaál in KATHARINA – DIE LETZTE. Um einen Komiker geht es aber auch: Fritz Servos, ein vergessener rheinischer Komödiant, den Rolf Aurich wiederentdeckt hat. In der neuen Rubrik „Sammelt Filme!“ befassen sich Philipp Stiasny, Marco Abel, Bernd Brehmer und Tilman Schumacher mit dem „Schwabinger Bulgaren“ Marran Gosov und seinem Kölner Komplizen Bernhard Marsch. Das ist noch längst nicht alles, aber genug Stoff. für eine gründliche SGE-Auswertung.

80/92

Wir gratulieren nachträglich SGE-Glamour-Boy Howard Carpendale, der es geschafft hat „neben seiner erfolgreichen Karriere auch ein glückliches Privatleben aufzubauen“ (Stern), zum 80sten Geburtstag, so wie wir es zum 70sten schon gemacht haben.

Die Anfänge der HFF im Werkstattkino

Ab kommenden Donnerstag laufen im Werkstattkino wahre Raritäten.

Für fünf Tage (8. bis 12. Januar) zeigt das Werkstattkino in Zusammenarbeit mit SigiGötz-Entertainment eine Reihe über den B-Kurs der HFF, den zweiten Jahrgang (1968) der Münchner Filmhochschule. Während der A-Kurs als erster Jahrgang (u. a. Wim Wenders, Matthias Weiss, Ingemo Engström) schon mehrfach gewürdigt und mit Retrospektiven bedacht wurde, hatte der B-Kurs in der filmhistorischen Wahrnehmung bisher das Nachsehen. Dieser Ungerechtigkeit wollen wir entgegen- wirken, nicht zuletzt weil beide Jahrgänge viel verbindet. Die Studenten beider Kurse standen nicht nur persönlich im permanenten Austausch, sie waren auch gleichermaßen geprägt von der rebellischen 1968er-Zeit: Beide Jahrgänge nahmen das Lehrangebot nur begrenzt wahr, bestimmten durch exzessiven Besuch der Münchner Programmkinos größtenteils selbst den Lehrplan und zogen eigene Dozenten hinzu. Stilbildend war in viele Hinsicht der Einfluss des A-Kurses: die Ästhetik der „langen Einstellungen in der Totale“ (Münchner Sensibilismus) und der Einsatz von zeitgenössischer Rock- und Popmusik als dramaturgisches Korrelativ. Im B-Kurs der drei Hauptabteilungen (Film, Fernsehspiel, Dokumentation) gab es jedoch auch andere Orientierungen, die an klassische Formen des Erzählens anknüpften. Die Reihe versammelt Kameraübungen, Kurzfilme, Gruppenproduktionen, Abschlussarbeiten und darüber hinaus frühe Regiearbeiten für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (WDR).

Folgende B-Kurs-Absolventinnen und Absolventen haben ihr Kommen zugesagt: Weiterlesen „Die Anfänge der HFF im Werkstattkino“

Aufbruch 2025/26

„Das kommende Jahr wird uns einiges abverlangen. Aber es bietet auch Chancen.“ (Dr. Erich Lusmann) Der aufmerksame Beobachter hat schon gemerkt: 2025 war das erste Jahr seit der Existenz von SigiGötz-Entertainment, das ohne Printausgabe auskommen mußte. Wir hatten unsere Gründe, planen zum Ausgleich bald im neuen Jahr eine grandiose Doppelnummer, bitten unsere Leser, Abonnenten und Anzeigenkunden um Geduld und Nachsicht und wünschen ein gutes neues Jahr 2026.

SGE im Bann der Rauhnächte

 

Weitere Themen

Das Werkstattkino München gedenkt gerade laufend der Toten des Jahres und ist jetzt bei Martin Müller angelangt, dessen ANATAHAN ANATAHAN heute und morgen mit Vorprogramm läuft – und in der Nachtvorstellung ist einer seiner Lieblingsfilme zu sehen. *** Die ARD gedenkt dem kürzlich verstorbenen Uwe Kockisch aka Commissario Brunetti mit allen DONNA LEON-Folgen von Sig(g)i Götz Rothemund – womöglich bis ans Ende aller ARD-Tage…